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Pflanzen im Schlafzimmer: Fluch oder Segen?

Lara Krüger

Veröffentlicht von Lara Krüger am 09.05.2019

Die Auswirkung von Pflanzen auf die Luft in geschlossenen Räumen ist umstritten. Wir verraten euch, welchen Effekt welche Pflanzen im Schlafzimmer auf euren Schlaf haben und mit welchen Tipps ihr das Raumklima zuhause verbessert.

Schlaf und Luft

Die Luft, die wir atmen, wirkt sich elementar auf unsere Gesundheit aus. Allerdings verbringen viele Menschen einen Großteil ihres Tages in geschlossenen Räumen und kommen wenig an die frische Luft. "Verbrauchte" Luft hat einen hohen Kohlendioxidanteil, sie macht uns müde und träge.

"Verbrauchte" Luft hat einen hohen Kohlendioxidanteil, sie macht uns müde und träge.

Eine hohe CO2-Konzentration und Sauerstoffmangel wirken sich auch negativ auf unseren Schlaf aus: Wir fühlen uns selbst nach einem langen Nachtschlaf wie gerädert. Die Luftqualität innerhalb eines Raumes hat somit direkte Auswirkungen auf unseren Schlaf und unsere Gesundheit. Welchen Effekt haben dabei Pflanzen im Schlafzimmer?

Pflanzen und Luft

Pflanzen betreiben Photosynthese. Unter Einwirkung von Sonnenlicht nehmen sie dabei Kohlendioxid auf und geben Sauerstoff ab. Das filtert die Raumluft. Nachts bekommen Pflanzen im Schlafzimmer allerdings kein Licht und schießen CO2 in die Luft. Alle Pflanzenliebhaber, deren Alarmglocken nun klingeln, können wir jedoch beruhigen.

Während die Atmung eines Menschen den Kohlendioxidanteil in der Raumluft stark beeinträchtigt, ist der negative Effekt von Pflanzen minimal. Man merke: Fühlst du dich am Morgen trotz ausreichenden Schlafs nicht erholt, ist der Schuldige im Zweifel eher dein Bettnachbar als die Zimmerpalme.

Pflanze ist nicht gleich Pflanze

Dennoch sollte man darauf achten, welche Pflanze man sich ins Schlafzimmer stellt. Denn obwohl die meisten Pflanzen nicht unbedingt schädlich für die Luft im Raum sind, kann dein Indoor-Garten dennoch negative Konsequenzen haben. Besonders als Allergiker ist es ratsam, in nicht-blühende, pollenfreie Pflanzen zu investieren. Stark duftende Gewächse oder Blumen können zuweilen Kopfschmerzen auslösen – und Gerüche erreichen uns auch im Schlaf.

Eisenblatt, Aloe Vera, Efeu oder die Goldfruchtpalme befeuchten und reinigen die Luft und produzieren auch im Dunkeln Sauerstoff.

Einige Pflanzen haben wiederum besonders positive Effekte auf das Raumklima und deinen Schlaf. Gewächse wie Eisenblatt, Aloe Vera, Efeu oder die Goldfruchtpalme befeuchten und reinigen die Luft und produzieren auch im Dunkeln Sauerstoff. Bogenhanf hilft außerdem gegen Kopfschmerzen und Bluthochdruck. Lavendel oder Jasmin können einen beruhigenden und schlaffördernden Effekt haben – hier solltest du aber darauf achten, dass der Duft der Gewächse nicht zum Störfaktor wird.

Schlafzimmerdschungel: Was gibt es zu beachten?

Genauso wichtig wie die Auswahl ist die richtige Pflege der Pflanzen im Schlafzimmer. Wer seine Zimmerpflanzen beim Gießen gerne mal ertränkt muss mit Schimmelpilzen in der Blumenerde rechnen.

Auch für den größten Pflanzenliebhaber gilt: Weniger ist oft mehr. Nicht jeder freie Zentimeter des Schlafzimmers muss automatisch als Grünfläche umfunktioniert werden. Experten empfehlen etwa eine größere Pflanze pro neun Quadratmeter Wohnfläche. Trotz aller positiven Effekte, die manche Pflanzen auf unsere Atemluft haben können, bleibt Lüften für unsere Schlafqualität unabdinglich. Auch an kalten Wintertagen empfiehlt es sich, mehrmals täglich kurz die Fenster zu öffnen.

Pflanzen: Heilmittel für die Seele

Abgesehen von ihren Vorteilen als Luftbefeuchter und Schadstofffilter wirken sich Pflanzen im Schlafzimmer positiv auf unsere Psyche – und damit auf unseren Schlaf – aus. Ihr dekorativer Charakter verbessert das Raumklima nicht nur von einem biologischen, sondern auch einem psychologischen Standpunkt aus.

Pflanzen steigern den Wohlfühlfaktor und machen einen Raum wohnlicher.

In der Feng Shui-Lehre spielen Pflanzen ebenfalls eine zentrale Rolle. So soll der Efeu beispielsweise eine motivierende Wirkung haben und die Bergpalme die Eigenliebe steigern. Ob man daran nun glaubt oder nicht: Fakt ist, Pflanzen steigern den Wohlfühlfaktor und machen einen Raum wohnlicher. Dieser positive Effekt wirkt sich auf unser Gemüt aus, wir sind glücklicher, entspannter und können besser schlafen. Und wenn Pflanzen im Schlafzimmer ganz nebenbei auch noch was für unser Selbstbewusstsein tun, haben wir auch nichts dagegen.

Häufige Fragen zum Artikel

Lara Krüger

Achtsamkeitsexpertin

Lara studiert Kommunikationswissenschaften und ist leidenschaftliche Langschläferin. In ihrer Freizeit macht sie Yoga, geht wandern oder angelt. Bei besserschlafen.de ist Lara Expertin für Achtsamkeit und die Arbeitswelt.

lara@besserschlafen.de