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Lifestyle & Schlaf

Besser Aufwachen mit Lichtweckern?

Lichtwecker, Philips HF5331/01 Wake-up Light
Benito Schilling

Veröffentlicht von Benito Schilling am 13.05.2020

Lichtwecker versprechen ein sanfteres Aufwachen und einen entspannten Start in den Tag. Wir haben uns Lichtwecker genauer unter die Lupe genommen und dabei noch das Premium-Model den Philips HF3531/01 Wake-up Light getestet.

Wie funktionieren Lichtwecker?

Lichtwecker machen sich einen menschlichen Mechanismus der Hormonausschüttung zu Nutze. Bei Helligkeit schüttet der Körper weniger von dem Schlafhormon Melatonin aus und dafür mehr Cortisol, ein als Stresshormon bekanntes Hormon, welches den Körper aber auch einfach aktiviert und uns morgens fit fühlen lässt. Dadurch wachen wir entspannt und frisch auf, wenn uns im Sommer zum Beispiel die Sonne in das Zimmer scheint. Lichtwecker sind quasi die künstliche Sonne fürs Zimmer.

Die meisten Lichtwecker fangen einige Zeit vor der der eingestellten Weck-Zeit langsam an zu leuchten, erreichen nach 20-30 Minuten ihre volle Leuchtkraft (100-300 Lux) und geben dazu dann noch einen Weck-Ton wieder. Diese Weck-Töne können Naturklänge, ein Radiosender, oder auch Musik sein. Insbesondere im Winter, wenn es draußen noch lange nach dem Aufstehen dunkel bleibt, können Lichtwecker helfen, entspannter aufzustehen und weniger müde zu sein.

Licht, Lux und Lumen

  • Licht: Licht ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung. Dabei wird die Intensität des Lichts als Helligkeit wahrgenommen und die spektrale Zusammensetzung als Farbe.
  • Lux: Lux ist die Einheit der Beleuchtungsstärke und gibt an, wie viel Licht pro Flächeneinheit auftrifft (Lumen/m2)
  • Lumen: Lumen beschreibt den Lichtstrom, wie viel Licht also eine Lampe pro Zeiteinheit abgibt.
  • Candela: Candela ist die Lichtstärke. Eine Kerze hat die Lichtstärke von einem Candela (Candela=Kerze, daher der Name).

Welche Arten von Lichtweckern gibt es?

Es gibt Lichtwecker, welche einfach nur zu einem bestimmten Zeitpunkt anspringen und leuchten. Andere werden langsam hell und simulieren so einen Sonnenaufgang, manche sogar mit verschiedenen Farbtönen von dunkelroter Morgenröte, bis hin zu einem strahlenden Weiß. Zudem können einige Lichtwecker auch als normale Lichtquelle, wie zum Beispiel als Leselampe, genutzt werden.

Die meisten Lichtwecker sind in der Lage Töne zum Wecken abzuspielen. Dies können Naturklänge sein, Radiosender, Musik vom Handy, oder nervige Weck-Töne.

Die Zirbeldrüse im Hirn schüttet bei Dunkelheit das müde-machende Hormon Melatonin aus.

Welche Zusatzfunktionen können Lichtwecker haben?

Viele Lichtwecker können als Leselampe eingesetzt werden, oder leuchten sogar so stark, dass sie als zusätzliche Raunlampe benutzt werden können. Ebenso hilfreich ist die Nachtleuchte-Funktion einiger Modelle. Hierbei wird durch das Drücken einer Taste, oder das leichte Antippen des Weckers, ein sehr gedimmtes Licht aktiviert, welches den gefahrfreien Weg zur Toilette ermöglicht, oder für romantische Stimmung sorgt, ohne dabei zu hell zu werden.

Fast alle Wecker verfügen über keine gute Audio-Qualität. So könnte man einige zwar als Radiostation, oder Musikbox nutzen, nur existieren hierfür sicher echte Lautsprecher mit besserer Wiedergabequalität.

Wann werden Lichtwecker empfohlen?

Insbesondere Menschen die im Winter morgens oft gerädert aufwachen, schwer aus dem Bett kommen und bis nach der fünften Tasse Kaffee hundemüde sind, können von einem Lichtwecker profitieren. Diese Schlaftypen sind gegebenenfalls sehr abhängig von einem natürlichen Sonnenaufgang, der die Melatonin-Produktion des Körpers drosseln und die Cortisol-Produktion anregen würde. Der simulierte Sonnenaufgang eines Lichtweckers kann dem Körper helfen besser „in die Gänge zu kommen“, besser in den Tag zu starten.

Aber auch alle anderen Schlaftypen können sich von Lichtweckern sanfter wecken lassen und so entspannter in den Tag starten. Vor der industriellen Revolution lebten wir Menschen nach dem natürlichen Rhythmus der Sonne. Erst mit dem Einzug des elektrischen Lichts veränderte sich unseren Tagesablauf und auch die Arbeitszeiten und brachte unsere innere Uhr durcheinander. Lichtwecker können hier ein wenig Natürlichkeit in unseren Alltag bringen.

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Licht und Müdigkeit

Das Schlafhormon Melatonin

Der menschliche Tag-Nacht-Rhythmus, oder Schlaf-Wach-Rhythmus, wird durch die innere Uhr im Gehirn, den Nucleus suprachiamaticus, bestimmt. Dieser erhält von den Augen die Information, ob es draußen gerade hell oder dunkel ist und gibt diese an die Zirbeldrüse weiter. Die Zirbeldrüse sitzt auch im Hirn und produziert bei Dunkelheit Melatonin, das Schlafhormon des Menschen. Melatonin bereitet den menschlichen Organismus auf den Schlaf und somit auf eine Ruhe- und Erholungsphase vor. Es macht uns müde. In der ersten Hälfte der Nacht schüttet die Zirbeldrüse vermehrt Melatonin aus. In der zweiten Hälfte der Nacht versagt diese Produktion allmählich und der Körper produziert verstärkt Cortisol. Cortisol ist uns allen als Stresshormon bekannt. Es bereitet den Körper allerdings auch auf das Aufwachen vor und weckt den Körper sozusagen. Zeitumstellung, veränderte hell-dunkel-Phasen und auch ein sehr dunkler Raum können unsere innere Uhr verwirren und den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Lichtwecker können hier für Rhythmus sorgen und unsere innere Uhr unterstützen.

Vor- und Nachteile von Lichtweckern

Vorteile:

  • Lichtwecker fördern ein natürliches Aufwachen
  • Im Winter können Lichtwecker einen normalen Tagesrhythmus unterstützen und für hellere Stimmung am Morgen sorgen
  • Bei Schwerhörigkeit und Blindheit können Lichtwecker eine gute Alternative zu anderen Weckmethoden darstellen

Nachteile

  • Qualitativ hochwertige Lichtwecker kosten mehr als normale Radiowecker
  • Der Stromverbrauch von Lichtweckern ist höher als der von herkömmlichen Weckern
  • Moderne Funktionen sucht man in 90% aller Lichtwecker vergeblich. Eine Verbindung zum Smartphone ist mit den wenigsten Modellen möglich.

Der beste Lichtwecker im Test: Philips HF3531/01 Wake-up Light

Der Philips HF3531/01 Wake-up Light im Test.

Wir haben das Premium-Modell von Philips für euch getestet und ausführlich beschrieben.

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Lichtwecker: Philips HF3531/01 Wake-up Light

Lampe

LED

 

Lichtstärke

300 Lux

 

Radio

Ja

 

Anzahl der Wecktöne

6 + Radio

 

Funktionsstufen

20

 

Besonderheiten

Farbige Sonnenaufgangssimulation, Mitternacht-Lichtfunktion, Intuitiv dimmendes Display, dimmt sich automatisch, wenn es im Schlafzimmer dunkel wird

 

Stromverbrauch

16,5 Watt

Das Modell der Premium-Klasse kommt vom Markführer Philips und ist auch der auf Amazon am besten bewertete Lichtwecker derzeit. Mit gut 100 € gehört der Lichtwecker zu den teuersten Modellen, nur noch übertrumpft von seinem jüngeren Philips-Bruder, dem Philips 3671/01, welcher inklusive einer App-Funktion und somit einer Smartphone-Verbindung kommt, dafür aber auch doppelt so teuer wäre. Die Kaufentscheidung haben wir auf Grund der vielstimmigen positiven Bewertungen getroffen, sowie der vielfältigen Funktionen und der Helligkeit von 300 Lux. Für uns sollte ein Lichtwecker gut aussehen, wecken, schönes Licht spenden und eine gute Audioqualität aufweisen.

Zusammenfassung Philips HF3531/01 Wake-up Light

  • Ausgepackt: Im hochwertigen Karton ist der Lichtwecker sicher in Styropor eingepackt und kommt mit dem mitgelieferten Netzteil, einer Radioantenne und einer ausführlichen Bedienungsanleitung auf mehreren Sprachen.
  • Installation: Nachdem ich den Wecker an den Strom angeschlossen haben, muss kurz die Zeit eingestellt werden und ein passender Ort für die Radioantenne gefunden werden (Bilderrahmen an der Wand). Danach ist der Wecker startklar.
  • Umwelt: Die im Lichtwecker von Philips verbauten LED-Lampen sind nicht austauschbar, versprechen jedoch eine lange Lebensdauer. Mit 16,5 Watt ist der Stromverbrauch für einen Lichtwecker relativ hoch, wird sich trotzdem kaum auf der Stromrechnung bemerkbar machen.
  • Benutzerfreundlichkeit: Die Tasten am seitlichen Gehäuse lassen sich leicht bedienen und auch die „Touchscreen-Tasten“ vorne auf dem Display reagieren gut und korrekt. Ein doppeltes Tippen auf den oberen Rand des Weckers aktiviert die Schlummerfunktion, oder nachts das Nachtlicht, zuverlässig. Weckzeit, Lichtintensität und Aufwach-Audio lassen sich leicht einstellen. Wer die Sonnenaufgangszeit, also die Zeit vom Start des Weckvorgangs bis zur maximal eingestellten Weck-Helligkeit/Lautstärke verstellen möchte, muss erst ein wenig suchen und in der Bedienungsanleitung nachlesen.
  • Qualität: Das Plastikgehäuse des Weckers wirkt sehr robust und der Wecker liegt schwer in der Hand. Auch das Licht wirkt warm und schön, einzig die Audioqualität lässt zu wünschen übrig, ist allerdings deutlich besser als die anderer, günstigerer Lichtwecker.
  • Altagstauglichkeit: Der Wecker erfüllt seine Funktion pflichtbewusst und weckt jeden Tag zur gewünschten Zeit. Viel besser noch finde ich den Wecker in seiner Funktion als Lese- oder Atmo-Lampe, da diese quasi jeden Abend mein Zimmer mit einem angenehmen Licht erfüllt.
  • Was fehlt: Für mich fehlt ganz klar die Möglichkeit, den Wecker mit meinem Handy zu verbinden, diesen darüber zu steuern und persönliche Musik abzuspielen. Allerdings scheint es derzeit noch keine wirklich ausgereiften Modelle mit diesen Funktionen zu geben.
  • Fazit: Der Wecker hält was er verspricht. Er erfüllt all seine Funktionen und ist in meiner Wohnung zur ständig brennenden Leselampe geworden. Das schöne Design lässt sich gut in ein modern eingerichtetes Zimmer integrieren und wirkt nicht wie ein öder Elektrowecker auf dem Nachttisch. Etwas störend ist die Radioantenne, welche irgendwo aufgehängt, oder langgelegt werden muss. Wer kein Radio braucht und mit den Naturklängen zufrieden ist, dem kann dies egal sein. Moderne Funktionen wie die Verbindung zum Handy fehlen leider auch dem Premium-Modell.

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Die Kombination aus Licht und Ton des Philips Wake-up Light HF3531/01 weckt Sie sehr entspannt.

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Eignen sich Lichtwecker bei Winterdepression?

Es ist richtig, dass Winterdepressionen mit einer Lichttherapie behandelt werden können. Eine tägliche Lichttherapie zeigte hier in verschiedenen Studien eine Verbesserung der depressiven Symptomatik und wird von vielen Ärzten empfohlen.

Allerdings wird solch eine Lichttherapie mit Lichtquellen durchgeführt, die über bis zu 10.000 Lux an Beleuchtungsstärke verfügen.

Lichtwecker haben nie mehr als 300 Lux und sind somit für eine echte Lichttherapie völlig ungeeignet.

Zur Licht-therapeutischen Behandlung von Winterdepressionen eignen sich Lichtwecker nicht, da sie mit maximal 300 Lux zu schwach leuchten.

Eignen sich Lichtwecker für Schichtarbeiter?

Für Menschen, die in einem Schichtdienst-System arbeiten wie Werksarbeiter, Rettungsdienstmitarbeiter, Pflegepersonal, Ärzte und andere, beginnt der Tag oft im Dunkeln, mitten in der Nacht. Durch die Dunkelheit und die sich ständig ändernden Tagesrhythmen, kommt die innere Uhr völlig durcheinander. Insbesondere das Aufstehen nachts fällt vielen sehr schwer.

Lichtwecker können hier eine tolle Alternative zum normalen Radio- oder Handywecker darstellen. Das Licht des Lichtweckers simuliert dem Körper einen Sonnenaufgang und kann so auch nachts dafür sorgen, dass Schichtarbeiter entspannter und frischer in ihre Schicht starten können.

Quellenverzeichnis

Benito Schilling

Medizinstudent und Schlafexperte

Benito ist Medizinstudent und und interessiert sich für alle Themen rund um Gesundheit, Sport und Schlaf. Sein Nebenjob im Schlaflabor eines Uniklinikums bringt ihn in unmittelbare Nähe von Schlafexperten, Neurologen mit der Zusatzbezeichnung Schlafmediziner, welche er frei heraus zu medizinischen Schlafthemen befragt, sobald er bei seinen Recherchen auf Unklarheiten stößt. Er selbst versucht seinen Schlaf jede Nacht auf's Neue zu optimieren und findet, Schlaf sei aus medizinischer Sicht einer der interessantesten Teile der menschlichen Physiologie. Benito ist unser Experte für alle medizinischen Themen rund um Schlaf, Schlafprobleme und der Physiologie dahinter.

benito@besserschlafen.de