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Lifestyle & Schlaf

Sex und Schlaf: Wechselbeziehung mit Win-win-Faktor

Lara Krüger

Veröffentlicht von Lara Krüger am 09.05.2019

Um Einschlafprobleme zu bekämpfen, zählen manche Schäfchen, machen Yoga. Die Lösung liegt womöglich ganz nah – möglicherweise sogar auf der anderen Seite des Bettes. Wie Sex und Schlaf zusammenhängen und sich beeinflussen, erfahrt ihr hier.

Licht aus, Kopf aus!

Mehr als sieben Millionen Deutsche leiden unter Schlafstörungen. Eine der häufigsten Ursachen ist dabei Stress. Abends im Bett zu liegen und zu grübeln ist alles andere als schlaffördernd. Wir sind ständig dazu verleitet, nachts unsere wertvollen Minuten zu nutzen, um Konflikte Revue passieren zu lassen, Termine zu planen und Beziehungen zu hinterfragen. Wenn zu viel Denken unseren Schlaf killt, dann gilt: Licht aus, Kopf aus!

Im Bett den Kopf auszuschalten ist leichter gesagt als getan. Wollen wir stressige Gedanken aus unserem Schlafzimmer vertreiben, muss Ablenkung her. Die finden wir laut der australischen Schlafforscherin Michele Lastella am besten bei unserem Partner oder unserer Partnerin. Denn Sex und Schlaf hängen enger zusammen, als man vielleicht meint.

Sex fördert die Entspannung, befreit den Kopf und hilft uns, einfach mal loszulassen. Besonders Frauen schlafen nach dem Geschlechtsverkehr laut Studien sehr viel besser ein. Mehr Sex bedeutet mehr Schlaf. Bei dieser einfachen Formel spielt der Orgasmus eine zentrale Rolle.

Sex fördert die Entspannung, befreit den Kopf und hilft uns, einfach mal loszulassen.

Süffig-süßer Hormoncocktail

Bereits der Weg zum Orgasmus führt dazu, dass unser Kopf Stress, Ängste und Schmerzen verdrängt und selbst immer mehr in den Hintergrund rückt. Unser rationales Denken wird ausgeschaltet, wir empfinden Freude, Lust, Zuversicht. Der Ausschuss von Dopamin und Oxytocin sorgt für dieses Hochgefühl. Beim Höhepunkt selbst wird Prolaktin freigesetzt, ein Hormon, das für tiefe Entspannung und Befriedigung sorgt. Das sogenannte "Stresshormon" Cortisol dagegen wird beim Sex gehemmt.

Wie bei jedem guten Cocktail kommt es hier auf die richtige Mischung an. Die freigesetzten Hormone lindern unseren Stress, geben uns ein Gefühl von Glück und Geborgenheit und befreien uns von der Flut unserer Gedanken. Eine Kombination, die wohl das einfachste und älteste Schlafmittel ist.

Ausgewogener Schlaf und ein belebtes Sexleben helfen auch der Beziehung.

Sex und Schlaf – Schlaf und Sex

Sex hilft uns beim Abschalten, fördert unsere Entspannung und damit auch unsere Schlafqualität. Doch die Beziehung von Sex und Schlaf ist alles andere als eine Einbahnstraße. Denn guter Schlaf kann auch zu besserem und häufigerem Geschlechtsverkehr führen. Womit wir es hier also zu tun haben, ist eine Wechselbeziehung wie sie effizienter nicht sein könnte.

Ausgiebiger, guter Schlaf steigert unsere Lust auf Sex. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach erklären. Unsere Schlafqualität steht in direkter Beziehung zu unserer Laune, unserer körperlichen Verfassung, unserer Konzentrationsfähigkeit und auch unserer sexuellen Erregbarkeit.

Ausgiebiger, guter Schlaf steigert unsere Lust auf Sex.

Laut einer Studie steigert eine Stunde mehr Schlaf bei Frauen die Wahrscheinlichkeit, dass sie am nächsten Tag mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin schlafen werden, um ganze 14 Prozent. Doch Achtung: Der positive Effekt steigt nicht linear an mit jeder Stunde, die man mehr schläft. Mehr als acht bis neun Stunden Schlaf pro Nacht braucht der Mensch in der Regel nicht.

Zu gestresst für Sex?

Auch, oder sogar ganz besonders Menschen mit einem extrem stressigen Alltag und Schlafproblemen sollten die Floskel "Ich bin zu gestresst, um überhaupt an Sex zu denken" noch einmal überdenken. Selbstverständlich müssen wir immer zuerst auf unseren eigenen Körper und unsere Libido hören.

Dennoch ist es gut zu wissen, dass Sex und Schlaf sich gegenseitig positiv beeinflussen und für einen ausgeglicheneren Alltag sorgen können. Wer sich diese Wechselbeziehung zum Vorteil macht, kann dabei eigentlich nur gewinnen.

Häufige Fragen zum Artikel

Lara Krüger

Achtsamkeitsexpertin

Lara studiert Kommunikationswissenschaften und ist leidenschaftliche Langschläferin. In ihrer Freizeit macht sie Yoga, geht wandern oder angelt. Bei besserschlafen.de ist Lara Expertin für Achtsamkeit und die Arbeitswelt.

lara@besserschlafen.de