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Lifestyle & Schlaf

Wie schlafen eigentlich... Hunde?

Foto: Joshua Chun, Unsplash
Pari Sepehrband

Veröffentlicht von Pari Sepehrband am 20.07.2020

Schlaf ist für alle Lebewesen eine Lebensnotwendigkeit. Doch wie macht es eigentlich der beste Freund des Menschen? Alles zum Schlafverhalten von Hunden und ob unsere vierbeinigen Begleiter auch träumen können, findet ihr hier.

Wie schlafen Hunde?

Hunde gelten als die besten Freunde des Menschen. Ob Labrador oder Langhaardackel, die Vierbeiner sind treue Begleiter und lassen so manch ein Menschenherz höher schlagen. Dabei sind Hunde echte Schlafweltmeister und verschlafen beinahe die Hälfte ihrer Lebenszeit. Gemeint sind hier nicht nur die Tiefschlafphasen, sondern auch jene Phasen, in denen die flauschigen Vierbeiner lediglich dösen und ruhen. Zwischen 15 und 22 Stunden können ihre täglichen Schlaf – und Ruhephasen dauern. Die Redensart „Hundemüde sein“ ist folgerichtig auf das hohe Schlafbedürfnis von Hunden zurückzuführen.

Die Schlafdauer von Hunden hängt ganz von ihrem Alter, ihrer Größe und ihren täglichen Aktivitäten ab. So brauchen ältere oder kranke Hunde viel mehr Schlaf, um wieder zu Kräften zu kommen. Ähnlich verhält es sich mit Welpen, die als kleine Energiebündel ebenfalls längere Ruhephasen benötigen. Aber auch große Kaliber, wie etwa ein Bernhardiner oder eine Deutsche Dogge, schlafen und dösen mehr als ihre kleinen Artgenossen. Der durchschnittliche Tagesablauf eines Hundes besteht aus der SchlafphaseDie Schlafphasen: Welche gibt es und was bedeutet REM? (50 Prozent), aus der inaktiven Phase (30 Prozent) und der aktiven Phase (20 Prozent).

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Hunde, gemeint sind hier Haushunde (Canis lupus familiaris), sind die ältesten Haustiere der Menschen. Sie stammen vom Grauwolf (Canis lupus lupus) ab, gelten heute aber als eigene Unterart vom Wolf. Bis heute sind sich Wissenschaftler*innen nicht einig darüber, wann die Domestizierung des Wolfes stattfand. Über eine Sache sind sich alle Wissenschaftler*innen jedoch einig: Menschen und Hunde leben schon seit vielen Jahrtausenden zusammen, was nicht nur die Lebensweise der Hunde, aber auch das der Menschen veränderte.

 

Ob als Jagd -, Wach- oder sogenannte Schoßhunde: Das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch basiert vor allem auf der besonderen Fähigkeit der Hunde mit Menschen zu kommunizieren. So sind sie in der Lage menschliche Gesten und Hinweise zu interpretieren, was zu einer besonders engen Verbindung zwischen Mensch und Hund führt.

Können Hunde träumen?

Der Schlaf von Hunden lässt sich in zwei Phasen einteilen: Zum einen gibt es den sogenannten Slow Wave Sleep (SWS) und zum anderen die REM-PhaseDie Schlafphasen: Welche gibt es und was bedeutet REM? (Rapid Eye Movement). In der Slow-Wave-Phase, welche die frühe Schlafphase ist, werden die psychischen Funktionen zwar verlangsamt, aber der Körper bleibt dennoch aktiv. In dieser Phase können Hunde, natürlich abhängig vom jeweiligen Alter, schnell und ohne Probleme auf äußere Reize reagieren.

Anders sieht es in der REM-Phase aus. Die REM-Phase ist die tiefe Schlafphase, in der Hunde, ähnlich wie wir Menschen, träumenLuzide Träume: Was wie und warum?. Etliche Youtube Compilations zeugen von Körperzuckungen und komische Geräuschen, die während dieser Phase auftreten können. Die menschliche REM-Phase beträgt zwischen 20 und 25 Prozent unserer gesamten Schlafdauer. Im Vergleich zum Menschen, beträgt der Anteil der REM-Phase bei Hunden lediglich 10 Prozent.

"Schlafende Hunde soll man nicht wecken." Foto: Sophia Kunkel, Unsplash.

Der US-amerikanische Psychologieprofessor Stanley Coren, seines Zeichens Hundefreund und Autor von zahlreichen Hundefachbüchern, wie „Die Intelligenz der Hunde“ oder „Können Hunde träumen?“, befasst sich seit Jahren mit dem Verhalten von Hunden.

So fand Coren etwa heraus, dass sich die Gehirnwellen von schlafenden Hunden und Menschen sehr ähnlich sind. Das bedeutet, dass Hunde auch träumen. Ebenso wie wir Menschen, besitzen Hunde ebenfalls eine Schutzregion im Gehirn. Diese verhindert, dass ihre Traumaktivitäten in reale Aktivitäten übergehen und sie schlafwandelnSchlafwandeln: Ursachen, Fakten und Mythen.

Getreu dem Sprichwort „Schlafende Hunde soll man nicht wecken“, sollten unsere Vierbeiner auf keinen Fall geweckt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie sich in der Tiefschlafphase befinden. Ebenso wie bei uns Menschen, kann sich unzureichender Schlaf negativ auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Tiere auswirken. Sie sind dann unausgeglichen und anfälliger für Krankheiten.

Und weil es nie genügend Hunde-Videos gibt, findet ihr hier ein weiteres aus der Kategorie: Wie schlafen eigentlich süße Hundewelpen?


Quellenverzeichnis

Pari Sepehrband

Als Schauspielerin spielte Pari auf der Bühne und schrieb ihre eigenen Theatertexte. Nach ihrer Schauspielausbildung begann sie das Studium der Publizistik und Theaterwissenschaft. Mittelpunkt ihrer Arbeit ist ein ganzheitliches Verständnis über Gesundheit als Beziehung zwischen Geist und Körper.

pari@besserschlafen.de