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Lifestyle & Schlaf

Warum wir nachts schwitzen: Vier Ursachen

Pari Sepehrband

Veröffentlicht von Pari Sepehrband am 17.02.2020

Feuchte Bettlaken und nasse Schlafkleidung – ein bekanntes Szenario für Menschen, die unter Nachtschweiß leiden. Die Gründe für Nachtschweiß sind vielfältig. Wir haben für euch die vier häufigsten Ursachen gesammelt.

Hyperhidrosis nocturna

Nächtliche Schweißausbrüche kennen viele Menschen. Meist hängen diese mit der Schlafumgebung zusammen: Eine zu schwere Decke, ein dicker Pyjama oder ein zu warmes Schlafzimmer sind hier die gängigsten Ursachen. Anders verhält es sich bei der Hyperhidrosis nocturna. Die Hyperhidrosis nocturna, auch Nachtschweiß genannt, beschreibt das übermäßige Schwitzen während der Nacht, wobei meist eine medizinische Ursache zugrunde liegt.

Die Einnahme von Medikamenten

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann nächtliche Schweißausbrüche auslösen. So zum Beispiel die Einnahme von Paracetamol, Aspirin oder Antidepressiva und hier insbesondere Seretonin-Wiederaufnahmehemmer. Wenn die nächtlichen Schweißausbrüche bereits mehrere Wochen anhalten, ist es ratsam mit eurem Arzt über eine Anpassung eurer Medikamente zu sprechen.

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Warum schwitzen wir?

Wenn wir an Schweiß denken, so kommen in der Regel schlechte Gerüche und unschöne Flecken in den Sinn. Mit Deorollern – oder Sprays, die mal nach tropischer Blumenlandschaft und mal nach frischer Meeresbrise riechen, sagen wir unserem Schweiß täglich den Kampf an. Dabei ist Schwitzen für unsere Gesundheit wichtig: Die Hauptfunktion des Schwitzens liegt darin, unseren Körper zu kühlen und so einer Überhitzung entgegenzuwirken. Unser Hypothalamus ist für die Regulierung unserer Körpertemperatur zuständig.

 

Wie funktioniert Schwitzen?

Steigt unsere Körpertemperatur an (zum Beispiel durch körperliche Anstrengung, scharfem Essen oder hoher Außentemperatur) sendet der Hypothalamus den Befehl an die Schweißdrüsen Schweiß zu produzieren. Über zwei Millionen Schweißdrüsen sorgen nun für die Schweißproduktion. Über kleine Hautporen wird der Schweiß anschließend an die Hautoberfläche abgegeben. Es kommt zur Verdünstung, wodurch wiederum Wärme abgeführt wird. Die Folge: wir erfahren Abkühlung. Schweiß sei Dank!

Hormonelle Störungen

Störungen im Hormonhaushalt können mit diversen Krankheitsbildern und gesundheitlichen Beschwerden zusammenhängen. Zu den Symptomen zählt unter anderem auch Nachtschweiß. So kann es zum Beispiel bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu nächtlichen Schweißausbrüchen kommen. Der Hypothalamus ist ein Teil unseres Zwischenhirns, der alle vegetativen Funktionen unseres Körpers steuert. Er ist unter anderem für die Regulation unserer Körpertemperatur zuständig und steuert in Zusammenarbeit mit der Hypophyse die Hormonbildung. Wenn unser Hormonhaushalt gestört ist, kann das auf Schwierigkeiten des Hypothalamus bei der Temperaturregulierung zurückzuführen sein.

Wechseljahre

Der Begriff Wechseljahre bezeichnet „den Übergang von der reproduktiven Phase der Frau zur nicht-reproduktiven.“ In dieser Zeit kommt es zu einer natürlichen hormonellen Umstellung. Ein übermäßiges Schwitzen, insbesondere während der Nacht, ist häufig die erste Begleiterscheinung, die Frauen während ihrer Wechseljahre erleben. Die plötzlich auftretenden Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind auf einen sinkenden Östrogen-Spiegel zurückzuführen. Hier kann eine gekühlte und gut durchlüftete Schlafumgebung eine leichte Linderung schaffen.

Pro Tag verliert unser Körper in etwa 1,5 Liter Schweiß. Dabei dient das Schwitzen vor allem der Thermoregulation.

Infektionen

Bei vielen Infektionskrankheiten, zu denen bakterielle – oder virale Infektionskrankheiten (zum Beispiel Tuberkulose) zählen, kommt es zu Fieber und folglich zu Nachtschweiß. Der Hypothalamus, den wir bereits als das Regelzentrum der Körpertemperatur kennengelernt haben, sorgt im Falle von Infektionen für einen Temperaturanstieg. Dieser ist notwendig, um Krankheitserreger, wie Bakterien oder Viren, zu bekämpfen.

Weitere Ursachen

Ferner können die nächtlichen Schweißausbrüche mit anderen Krankheitsbildern und gesundheitlichen Situationen zusammenhängen. Dazu gehören zum Beispiel Stress, Überbelastung oder einer ungesunde Ernährung. Oftmals ist das übermäßige Schwitzen mit Gefühlen der Scham verbunden, was wiederum eine zusätzliche emotionale Belastung für Betroffene darstellt. Meist sind die Gründe für Nachtschweiß jedoch harmlos.

Nichtsdestotrotz können die nächtlichen Schweißausbrüche zu Schlafunterbrechungen führen und die Schlafqualität deutlich beeinträchtigen. Insbesondere wenn die Nachtschweiß-Episoden bereits über mehrere Wochen auftreten, ist die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe ratsam, um andere zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen.



Quellenverzeichnis

Pari Sepehrband

Als Schauspielerin spielte Pari auf der Bühne und schrieb ihre eigenen Theatertexte. Nach ihrer Schauspielausbildung begann sie das Studium der Publizistik und Theaterwissenschaft. Mittelpunkt ihrer Arbeit ist ein ganzheitliches Verständnis über Gesundheit als Beziehung zwischen Geist und Körper.

pari@besserschlafen.de