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Lifestyle & Schlaf

Hypnos: Gott des Schlafes

Hypnos (aus dem Altgriechischen ὕπνος =Schlaf). Jose Antonio Gallego Vázquez
Pari Sepehrband

Veröffentlicht von Pari Sepehrband am 13.01.2020

Obwohl Schlaf eine Lebensnotwendigkeit ist, ist er zugleich immer noch ein Mysterium. In der Wissenschaft ist die Schlafforschung eine relativ junge Disziplin. Dabei ist Schlaf schon seit jeher Gegenstand der Kunst, Philosophie und Mythologie. Hypnos gilt in der griechischen Mythologie gilt als der Gott des Schlafes.

Griechische Mythologie und Schlaf

Hypnos (aus dem Altgriechischen ὕπνος =Schlaf) ist in der griechischen Mythologie der Gott des Schlafes. Er besitzt die Fähigkeit, Menschen, Tiere und andere Götter in den Schlaf zu versetzen. Sein Zwillingsbruder ist Thanatos (θάνατος= Tod), seines Zeichens der Gott des sanften Todes.

Bereits der römische Dichter Publius Ovidius Naso (Ovid) sah den Schlaf als ein „Abbild des Todes“. Im 19. Jahrhundert griff der Philosoph Arthur Schopenhauer diese Beziehung abermals auf und bezeichnete den Schlaf als kleinen Bruder des Todes.

In der griechischen Mythologie sind Hypnos und Thanatos Söhne der Göttin der Nacht, die den Namen Nyx (νύξ=Nacht) trägt. Hypnos' Gemahlin ist Pasithea (Πασιθέα), eine der Chariten (Χάριτες), welche wiederum als Göttinnen der heiteren Anmut und erfreuenden Reize bekannt sind. Sie sind Eltern dreier Kinder: Morpheus (Μορφεύς = Gestalt), Phantasos (Φάντασος = Fantasie) und Phobetor (Φοβήτωρ= Schrecken). Zusammen sind sie die Götter des Traumes.

Schlaf, du sanftester Gott, du Ruhe der Wesen, der Seele Frieden, O Schlaf, der Sorge du bannst und ermüdete Glieder nach dem beschwerlichen Dienst neu labst und stärkest zur Arbeit. (Ovid)

Ebenso wie Thanatos, zählt Hypnos zu den chthonischen Göttern. Chthonische Götter oder auch Chthonioi (Χθόνιοι= Unterwelt) sind jene Götter, die über Leben, Tod und Fruchtbarkeit walten. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Thanatos lebt Hypnos im Hades (Άδης). Der Hades ist die Unterwelt in der griechischen Mythologie. In Erzählungen wird sie als Höhle beschrieben, ein Ort am Ende der Welt.

Hypnos

Die Darstellung von Hypnos, dem Gott des Schlafes, variiert in der Literatur. Mal ist er ein zarter Jüngling mit goldenen Engelsflügeln, der über den Menschen schwebt und sie in süßen Schlaf versetzt. Ein anderes Mal wird er als alter, gebrechlicher Mann dargestellt.

Ob Jüngling oder alter Mann – eines haben alle Darstellungen gemein: Sie tragen Engelsflügel und sind stets von sanftmütiger Gestalt. In der Kunst wird Hypnos häufig gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Thanatos abgebildet. Oftmals trägt Hypnos Mohn oder ein Horn, gefüllt mit einschläfernder Flüssigkeit, in der Hand. In vielen Gemälden wird er, seiner Funktion entsprechend, schlafend abgebildet.

Die göttlichen Flügel des Hypnos dürfen in keiner Abbildung fehlen.

Obgleich sich Hypnos und Thanatos in Abbildungen sehr ähneln und die Philosophie immer wieder auf die Verwandtschaft zwischen Schlaf und Tod hinweist, unterscheiden sich beide Götter in ihrer Beziehung zum Menschen. So wird Thanatos, der Gott des Todes, oft als grausamer und harter Gott gezeichnet, der als Todbringer von Menschen gefürchtet ist. Hypnos wiederum genießt das Ansehen des freundlichen und sanftmütigen Gottes, der die Menschen für den Zeitraum des Schlafes von irdischem Schmerz und Leid befreit.

Zahlreiche Mythen erzählen vom Leben und Schaffen des einschläfernden Gottes. Einer Legende zufolge verliebte sich Hypnos in die schönen Augen des ewig jungen Endymion. Diesen ließ er fortan mit geöffneten Augen schlafen, um sich an dessen Anblick erfreuen zu können. Hypnos ist eine beliebte Gestalt der griechischen Mythologie und findet in Kunst, sowie in der Literatur immer wieder Erwähnung. So errichtete man in Troizen, eine Stadt des antiken Griechenland, ein Altar zu Ehren des Schlafgottes. Wenn es um die griechische Mythologie geht, gelten Hesiods Werke, sowie die Ilias und Odyssee von Homer als die wichtigsten Hauptquellen.

Pari Sepehrband

Als Schauspielerin spielte Pari auf der Bühne und schrieb ihre eigenen Theatertexte. Nach ihrer Schauspielausbildung begann sie das Studium der Publizistik und Theaterwissenschaft. Mittelpunkt ihrer Arbeit ist ein ganzheitliches Verständnis über Gesundheit als Beziehung zwischen Geist und Körper.

pari@besserschlafen.de