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Schlafstörungen

Augenringe: Ursachen und Maßnahmen

Ole Sailer

Veröffentlicht von Ole Sailer am 05.05.2019

Jeder kennt sie: Augenringe. Doch wie entstehen sie eigentlich und was hilft wirklich gegen dunkel unterlaufene Augen?

Augenringe: So sehen sie aus – und so nicht

Schlafmangel, zu viel Stress, Überbelastung. Dunkle Ringe unter den Augen sind häufig ein Zeichen dafür, dass der Körper nicht genug Erholung bekommt. Manche Menschen haben sogar ohne Stress und Schlafmangel dunkel unterlaufene Augen. Was sind die Ursachen für Augenringe und was kann man dagegen unternehmen?

Augenringe, in der medizinischen Fachsprache „Halonierung“ genannt, sind dunkle Schattierungen im Bereich der Augen. Am auffälligsten sind die Dunkelfärbungen direkt unter den Augen. Sie erscheinen bläulich-violett, grau, vereinzelt auch bräunlich.

Nicht zu verwechseln sind Augenringe mit Tränensäcken. Tränensäcke zeigen sich in Form von Schwellungen unter den Augen, welche von erschlafften Unterlidern und zusätzlichen Fett- und Wasserablagerungen im Bereich der Augen herrühren. Ebenfalls nicht zu verwechseln mit Augenringen sind Blutergüsse im Lidbereich, also „blaue Augen“ oder „Veilchen“, welche als Folgen von äußeren Verletzungen auftreten.

Wie entstehen Augenringe?

Obwohl die dunklen Ringe unsere Augen oft eingefallen und uns selbst oft krank erscheinen lassen, sind sie doch in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Problem. Die Ursachen sind meist harmlos und ohne negative Konsequenzen für unsere Gesundheit. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Mechanismen, welche Augenringe auslösen.

Durchscheinende Gefäße

Oft sind durchscheinende Blutgefäße für die dunklen Ringe unter den Augen verantwortlich. Bekommen wir beispielsweise zu wenig Schlaf, gerät unser Kreislauf aus dem Takt und die Blutgefäße werden weniger gut durchblutet, beziehungsweise mit sauerstoffärmerem Blut versorgt. Je niedriger der Sauerstoffgehalt im Blut, desto dunkler dessen Farbe. Dieser Effekt zeigt sich zuerst unter den Augen, da unsere Haut dort besonders dünn ist. Deshalb neigen auch speziell schlanke Menschen mit sehr heller Hautfarbe zu Augenringen.

Hyperpigmentierung

Die Ursache für Augenringe kann jedoch auch in der Haut selbst liegen: In der Haut befinden sich nämlich spezielle Pigmente, sogenannte Melanine, die die Farbe unserer Haut entscheidend mitbestimmen. Je mehr Melanine in der Haut vorhanden sind, desto dunkler erscheint sie. Lagern sich in bestimmten Bereichen besonders viele Melanine ein, sprechen Mediziner von einer Hyperpigmentierung oder einem Melasma.

Oftmals ist davon die Augenpartie betroffen. Dies zeigt sich dann in Form von bläulichen oder bläulich-grauen Augenringen. Eine solche Hyperpigmentierung kann auch erblich bedingt sein – Betroffene bekommen also auch trotz ausreichenden Schlafs Augenringe.

Andere Ursachen für eine Hyperpigmentierung sind starke UV-Einstrahlung, etwa durch ausgedehntes Sonnenbaden oder häufige Solariumbesuche oder Reiben und Kratzen an den betroffenen Stellen. Dies fördert zusätzlich die Pigmenteinlagerung.

Auch Ausschläge und Entzündungen der Haut, zum Beispiel infolge einer Kontaktallergie oder Neurodermitis, können eine Hyperpigmentierung hervorrufen. Mitunter kann auch übermäßiger Drogen – oder Alkoholkonsum zu durch Pigmenteinlagerungen verursachten Augenringen führen. In diesem Fall braucht es oft Wochen bis Monate Abstinenz, bis die Augenringe wieder verschwinden.

Weitere Ursachen

Mitunter sind Augenringe auch auf Flüssigkeitsmangel, eine unausgewogene Ernährung, Eisenmangel, schädliche Umweltbelastungen, etwa durch Schwermetalle, Allergien oder Bindehautentzündungen zurückzuführen.

In seltenen Fällen sind auch ernstere Erkrankungen – etwa des Herzens, der Nieren, der Gefäße oder der Leber – für Augenringe verantwortlich. Auch Blutkrankheiten können den Sauerstoffgehalt des Blutes beeinflussen und so Augenringe auslösen. In den allermeisten Fällen weisen aber auch andere Symptome auf solche Erkrankungen hin.

Was tun gegen Augenringe?

Augenringe verhindern

Möchtest du Augenringe von vornherein verhindern, solltest du mit einem gesunden Lebensstil anfangen: Der Verzicht auf Nikotin und andere Drogen, geringer Konsum von Alkohol, regelmäßige körperliche Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, viel trinken und ausreichend Schlaf in einem gut belüfteten Zimmer wirken Wunder gegen die unschönen Ringe. So lassen sich nämlich Kreislauf und Durchblutung in Schwung bringen, die Hautstruktur wird verbessert und die Haut insgesamt besser mit Flüssigkeit versorgt.

Vor dem Schlafengehen solltest du zusätzlich die Gesichtshaut sanft und ohne Rubbeln abschminken. Achte darauf, dass du ausschließlich gut verträgliche Reinigungs- und Pflegeprodukte verwendest. Beratung hierzu bekommst du von deinem Hautarzt oder in der Apotheke.

Speziell bei einem blassen Hautton fallen Augenringe stärker auf, als in einem gebräunten Gesicht. Trotzdem sollten Menschen mit heller Hautfarbe von zu viel UV-Einstrahlung in der Sonne oder im Solarium absehen. Die Haut im Augenbereich ist nämlich dünn und empfindlich, und Sonneneinstrahlung kann besonders in diesem Bereich zu frühzeitiger Hautalterung führen.

Augenringe bekämpfen

Wachst du morgens mit dunkel unterlaufenen Augen auf, hilft als Sofortmaßnahme eine kühle Kompresse, welche du für einige Minuten unter die geschlossenen Augen legst. Auch Gurkenmasken oder kalte Teebeutel können helfen – hierbei solltest du aber beachten, dass sie mitunter allergische Reaktionen hervorrufen können.

Wenn all das nichts hilft, kannst du die Augenringe durch Schminke kaschieren. Hierzu eignet sich am besten ein flüssiger Concealer. Nach einer gründlichen Reinigung der Haut solltest du diesen in die Augenpartie einarbeiten. Danach schminkst du dich wie gewohnt, bevor du zum Schluss erneut den flüssigen Concealer aufträgst. Flüssiger Concealer hat den Vorteil, dass er sich nicht in deinen Hautfältchen absetzt. Er sollte etwas heller sein als das Make-Up, welches du verwendest.

Manchmal hilft nur Schminke gegen Augenringe.

Helfen all diese Maßnahmen nichts, ist der letzte Ausweg eine medizinische Behandlung, beziehungsweise ein Eingriff. Das wird jedoch nur in ganz seltenen Fällen von der Krankenkasse übernommen und ist oft mit Nebenwirkungen verbunden.

Bei Hyperpigmentierung kommen unter ärztlicher Aufsicht Medikamente zum Einsatz, welche das Melanin in der Haut reduzieren und eine bleichende Wirkung haben. Wenn die Ursache für die Augenringe in durchschimmernden Gefäßen liegt, wird Eigenfett oder Hyaluronsäure zwischen Haut und Gefäße gespritzt, um das Gewebe aufzupolstern und zu straffen.

Häufige Fragen zum Artikel